Das Projektanliegen des "Digitalen Flurnamenlexikons"

Flurnamen sind Benennungen für Einzelflächen in der Ortsgemarkung. Mit Flurnamen werden Äcker, Wiesen, Weideland, Weingärten, Brachland, Wälder, Sümpfe, Berge und Hügel, Täler, Uferbereiche und anderes mehr benannt. Wer weiß heute noch was zum Beispiel eine Schindkaute ist? Der Name bezeichnet Stellen, an denen früher der Schinder das verendete Vieh vergraben hat. Flurnamen sind ein historisches Archiv: Sie bewahren Informationen aus der Vergangenheit.

Warum sind Flurnamen heute von Interesse?

Die Kenntnis der Flurnamen ist heute weitgehend auf ältere Mitmenschen beschränkt, welche einer agrarischen Tätigkeit nachgehen. Zudem gehen viele Flurnamen durch Ausweitung der Siedlungen (Neubaugebiete) verloren. Sie leben gelegentlich allenfalls in Straßennamen weiter, zum Beispiel Im Gehren. Dies ist ein Flurname, welcher spitz zulaufende Ackerflächen bezeichnet und sich aus dem mittelhochdeutschen Wort gêr mit der Bedeutung "Speer" herleitet. Die Flurnamen bieten so ein reiches Erkenntnisreservoir für die historischen Wissenschaften. Die Flurnamen sind für Winzer und am Weinbau Interessierte von großer Bedeutung, da die heutigen Lagenamen zum großen Teil auf ehemalige Flurnamen zurückgehen. So ist der Name "Oppenheimer Krötenbrunnen" sowohl Flur- als auch Weinlagename. Darüber hinaus sind Flurnamen gerade für jüngere Generationen und Neubürger in den Gemeinden von großem Interesse, schaffen sie doch eine Verbindung zur eigenen Region und fördern damit das Identitätsbewusstsein.